Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 7
24 Jeder, der diese meine Worte hört und sie befolgt, gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels gebaut hat. 25 Als ein Platzregen herabstürzte, die Wasserfluten kamen, die Winde tobten und über jenes Haus herfielen, stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gegründet. 26 Aber wer diese meine Worte hört und sie nicht befolgt, gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand gebaut hat. 27 Als nun ein Platzregen herabstürzte, die Wasserfluten kamen, die Winde tobten und über jenes Haus herfielen, da stürzte es ein und sein Fall war groß.
Er sagte nicht: Ich werde den, der hört und tut, für weise erachten; sondern: Er wird einem weisen Manne gleich sein. Derjenige also, der gleich gemacht wird, ist ein Mensch; aber wem wird er gleich gemacht? Christus; aber Christus ist der weise Mann, der sein Haus, das heißt die Kirche, auf einen Felsen gebaut hat, das heißt auf die Stärke des Glaubens. Der törichte Mann ist der Teufel, der sein Haus, das heißt alle Gottlosen, auf den Sand gebaut hat, das heißt auf die Unsicherheit des Unglaubens, oder auf die Fleischlichen, die wegen ihrer Unfruchtbarkeit Sand genannt werden; sowohl weil sie nicht zusammenhalten, sondern durch die Verschiedenheit ihrer Meinungen zerstreut sind, als auch weil sie unzählig sind. Der Regen ist die Lehre, die einen Menschen bewässert, die Wolken sind die, aus denen der Regen fällt. Einige werden vom Heiligen Geist erweckt, wie die Apostel und Propheten, und einige vom Geist des Teufels, wie die Häretiker. Die guten Winde sind die Geister der verschiedenen Tugenden, oder die Engel, die unsichtbar in den Sinnen der Menschen wirken und sie zum Guten führen. Die bösen Winde sind die unreinen Geister. Die guten Fluten sind die Evangelisten und Lehrer des Volkes; die bösen Fluten sind Menschen voll unreinen Geistes und überströmend von vielen Worten; solche sind die Philosophen und die anderen Professoren weltlicher Weisheit, aus deren Bauch Ströme toten Wassers kommen. Die Kirche also, die Christus gegründet hat, wird weder der Regen falscher Lehre untergraben, noch der Stoß des Teufels umstürzen, noch der Andrang mächtiger Fluten hinwegreißen. Dem widerspricht auch nicht, dass einige von der Kirche fallen; denn nicht alle, die Christen genannt werden, sind Christi, sondern: Der Herr kennt die Seinen. (2 Tim. 2,19.) Aber gegen jenes Haus, das der Teufel gebaut hat, kommt der Regen der wahren Lehre herab, die Winde, das heißt die Gnadengaben des Geistes, oder die Engel; die Fluten, das heißt die vier Evangelisten und die übrigen Weisen; und so fällt das Haus, das heißt die heidnische Welt, damit Christus auferstehe; und der Einsturz jenes Hauses war groß, seine Irrtümer zertrümmert, seine Lügen aufgedeckt, seine Götzen in der ganzen Welt niedergerissen. Derjenige also ist Christus gleich, der Christi Worte hört und sie tut; denn er baut auf einen Felsen, das heißt auf Christus, der ganz gut ist, so dass, auf welche Art von Gutem auch immer jemand bauen mag, er scheinbar auf Christus gebaut hat. Aber wie die von Christus gebaute Kirche nicht niedergerissen werden kann, so kann auch kein solcher Christ, der sich auf Christus gebaut hat, durch Widrigkeiten umgestürzt werden, gemäß dem Wort: Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi? (Röm. 8,35.) Dem Teufel gleich ist der, der die Worte Christi hört und sie nicht tut. Denn Worte, die gehört und nicht getan werden, sind dem Sand gleich, sie werden zerstreut und verweht. Denn der Sand bezeichnet alles Böse oder auch weltliche Güter. Denn wie das Haus des Teufels umgestürzt wird, so werden die, die auf den Sand gebaut sind, zerstört und fallen. Und groß ist jener Einsturz, wenn er irgendetwas vom Fundament des Glaubens hat fehlen lassen; aber nicht, wenn er Unzucht oder Mord begangen hat, weil er hat, woraus er durch Buße auferstehen kann, wie David.