
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 7
21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist. 22 Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht geweissagt in deinem Namen, in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wunder gewirkt? 23 Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt. Hinweg von mir, ihr Übeltäter!
Aber es gibt solche, die sagen, dass sie dies fälschlich sprachen und deshalb nicht gerettet wurden. Doch sie hätten nicht gewagt, dies zum Richter in Seiner Gegenwart zu sagen. Aber gerade die Antwort und die Frage beweisen, dass sie so in Seiner Gegenwart sprachen. Denn da sie hier von allen wegen der Wunder, die sie wirkten, bewundert wurden und sich dort bestraft sahen, sagen sie voll Verwunderung: „Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt?“ Andere wiederum sagen, dass sie sündhafte Taten verrichteten, nicht während sie so Wunder wirkten, sondern zu einem späteren Zeitpunkt. Aber wenn dies so wäre, würde gerade das, was der Herr beweisen wollte, nicht bestehen, nämlich dass weder der Glaube noch die Wunder etwas nützen, wo kein gutes Leben ist; wie auch Paulus erklärt: „Wenn ich einen Glauben habe, Berge zu versetzen, aber keine Liebe habe, bin ich nichts.“ (1 Kor 13,2)