
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 7
13 Tretet ein durch das enge Tor! Denn weit ist das Tor und breit der Weg, der ins Verderben führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen. 14 Aber eng ist das Tor und schmal der Weg, der ins Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden.
Da er aber unten erklärt: Mein Joch ist sanft und meine Bürde leicht, wie kommt es, dass er hier sagt, der Weg sei eng und schmal? Auch hier lehrt er, dass er leicht und sanft ist; denn hier ist ein Weg und eine Pforte, wie jene andere, die weit und breit genannt wird, auch einen Weg und eine Pforte hat. Von diesen wird nichts bleiben; sondern alles vergeht. Aber durch Mühsal und Schweiß zu gehen und an ein gutes Ende zu gelangen, nämlich das Leben, ist ausreichender Trost für die, die diese Kämpfe auf sich nehmen. Denn wenn Seeleute Stürme und Soldaten Wunden in Hoffnung auf vergängliche Belohnungen gering achten können, wie viel mehr, wenn der Himmel vor ihnen liegt und unsterbliche Belohnungen, wird keiner auf die drohenden Gefahren achten. Zudem trägt gerade der Umstand, dass er ihn eng nennt, dazu bei, ihn leicht zu machen; dadurch ermahnte er sie, stets wachsam zu sein; dies spricht der Herr, um unsere Wünsche zu wecken. Wer in einem Kampf ringt, wenn er sieht, dass der Fürst die Anstrengungen der Kämpfer bewundert, fasst größeren Mut. Lasst uns also nicht traurig sein, wenn uns hier viele Sorgen widerfahren, denn der Weg ist eng, aber nicht die Stadt; daher brauchen wir weder hier Ruhe zu erwarten noch dort etwas von Traurigkeit. Wenn er sagt: Wenige sind es, die ihn finden, weist er auf die Trägheit der vielen hin und belehrt seine Hörer, nicht auf den Wohlstand der vielen zu schauen, sondern auf die Mühen der wenigen.