Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 7
13 Tretet ein durch das enge Tor! Denn weit ist das Tor und breit der Weg, der ins Verderben führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen. 14 Aber eng ist das Tor und schmal der Weg, der ins Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden.
Andernfalls; Dieses dritte Gebot steht wiederum in Verbindung mit der rechten Weise des Fastens, und die Reihenfolge der Rede wird diese sein: Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt; und danach kommt: Geht ein durch die enge Pforte. Denn es gibt drei Hauptleidenschaften in unserer Natur, die am meisten am Fleisch hängen; das Verlangen nach Speise und Trank; die Liebe des Mannes zur Frau; und drittens der Schlaf. Diese sind schwerer von der fleischlichen Natur abzuschneiden als die anderen Leidenschaften. Und daher heiligt keine andere Enthaltsamkeit so den Leib wie die, dass ein Mensch keusch, enthaltsam und wachsam sei. Wegen all dieser Gerechtigkeiten, aber vor allem wegen des mühsamsten Fastens, sagt er: Geht ein durch die enge Pforte. Die Pforte des Verderbens ist der Teufel, durch den wir in die Hölle eingehen; die Pforte des Lebens ist Christus, durch den wir in das Himmelreich eingehen. Der Teufel wird eine weite Pforte genannt, nicht wegen der Größe seiner Macht, sondern weit gemacht durch die Zügellosigkeit seines ungezügelten Stolzes. Christus wird eine enge Pforte genannt, nicht wegen der Kleinheit seiner Macht, sondern wegen seiner Demut; denn der, den die ganze Welt nicht fasst, schloss sich selbst in die Grenzen des Jungfrauenschöses ein. Der Weg des Verderbens ist jede Art von Sünde. Er wird weit genannt, weil er nicht durch die Regel irgendeiner Disziplin eingeschränkt ist, sondern die, die darauf wandeln, folgen, was ihnen gefällt. Der Weg des Lebens ist alle Gerechtigkeit und wird aus den entgegengesetzten Gründen eng genannt. Es muss bedacht werden, dass, wenn einer nicht auf dem Weg wandelt, er nicht an die Pforte gelangen kann; so ist es unmöglich, dass die, die nicht auf dem Weg der Gerechtigkeit wandeln, Christus wahrhaft erkennen. Ebenso gerät er nicht in die Hände des Teufels, es sei denn, er wandelt auf dem Weg der Sünder.