
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 6
24 Niemand kann zwei Herren dienen. Denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben oder an dem einen hängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
(Hom. xxi.) Oder andernfalls; im Vorhergehenden hatte Er die Tyrannei der Habgier durch viele und gewichtige Motive eingeschränkt, nun aber fügt Er noch mehr hinzu. Reichtümer schaden uns nicht nur dadurch, dass sie Räuber gegen uns bewaffnen und unseren Verstand verdunkeln, sondern sie wenden uns auch vom Dienst Gottes ab. Dies beweist Er aus vertrauten Vorstellungen und sagt: Niemand kann zwei Herren dienen; zwei, meint Er, deren Befehle entgegengesetzt sind; denn Eintracht macht aus vielen einen. Dies wird durch das Folgende bewiesen: denn entweder wird er den einen hassen. Er erwähnt zwei, damit wir sehen, dass die Änderung zum Besseren leicht ist. Denn wenn einer sich verzweifelt als Sklave der Reichtümer hingegeben hätte, nämlich indem er sie liebt, kann er daraus lernen, dass es ihm möglich ist, sich in einen besseren Dienst zu begeben, nämlich indem er sich solcher Knechtschaft nicht unterwirft, sondern sie verachtet.