Remigius von Auxerre
Catena Aurea · Matthäusevangelium 6
22 Das Licht des Leibes ist das Auge. Wenn nun dein Auge gesund ist, wird dein ganzer Leib licht sein. 23 Wenn aber dein Auge krank ist, wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn also das Licht in dir Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!
(ap. Gloss. ord.) Andernfalls; der Glaube wird mit einem Licht verglichen, weil durch ihn die Wege des inneren Menschen, das heißt das Handeln, erleuchtet werden, damit er nicht strauchelt nach dem Wort: Dein Wort ist meinen Füßen ein Licht. (Ps. 119:105.) Wenn dieser also rein und einfältig ist, ist der ganze Leib Licht; wenn er aber befleckt ist, wird der ganze Leib finster sein. Doch andernfalls; unter dem Licht kann der Vorsteher der Kirche verstanden werden, der wohl das Auge genannt werden kann, da er es ist, der darauf sehen soll, dass dem ihm unterstellten Volk heilsame Dinge bereitgestellt werden, die unter dem Leib verstanden werden. Wenn also der Vorsteher der Kirche irrt, um wie viel mehr wird das ihm unterstellte Volk irren?