
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 6
17 Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haar und wasche dein Gesicht, 18 damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird dir vergelten.
(Hom. xx.) Beim Almosengeben sagte Er zwar nicht einfach: ‚Tu dein Almosen nicht vor den Menschen‘, sondern fügte hinzu: ‚um von ihnen gesehen zu werden.‘ Beim Fasten und Beten aber fügte Er nichts Derartiges hinzu; denn Almosen können nicht so gegeben werden, dass sie gänzlich verborgen bleiben, Fasten und Beten können so verrichtet werden. Die Verachtung des Menschenlobs ist keine geringe Frucht, denn dadurch werden wir von der schweren Knechtschaft der menschlichen Meinung befreit und werden recht eigentlich Täter der Tugend, indem wir sie um ihrer selbst willen lieben und nicht um anderer willen. Denn wie wir es als Beleidigung ansehen, wenn wir nicht um unserer selbst, sondern um anderer willen geliebt werden, so dürfen wir auch nicht der Tugend wegen dieser Menschen nachfolgen, noch Gott um der Menschen willen gehorchen, sondern um Seiner selbst willen. Daher folgt hier: ‚Aber zu deinem Vater, der im Verborgenen sieht.‘