
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 6
13 Und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen.
(Serm. in Mont. ii. 11.) Diese Zahl der Bitten scheint der siebenfachen Zahl der Seligpreisungen zu entsprechen. Wenn es die Furcht Gottes ist, durch die die Armen im Geiste selig gemacht werden, denn ihrer ist das Himmelreich, so lasst uns bitten, dass der Name Gottes unter den Menschen geheiligt werde, eine ehrfürchtige Furcht, die immer und ewig bleibt. Wenn es die Frömmigkeit ist, durch die die Sanftmütigen selig sind, so lasst uns beten, dass sein Reich komme, damit wir sanftmütig werden und ihm nicht widerstehen. Wenn es die Erkenntnis ist, durch die die Trauernden selig sind, so lasst uns beten, dass sein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden; denn wenn der Leib mit dem Geist übereinstimmt wie die Erde mit dem Himmel, werden wir nicht trauern. Wenn die Tapferkeit es ist, durch die die Hungernden selig sind, so lasst uns beten, dass uns heute unser tägliches Brot gegeben werde, durch das wir zur vollen Sättigung gelangen. Wenn es der Rat ist, durch den die Barmherzigen selig sind, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen, so lasst uns Schulden vergeben, damit uns unsere Schulden vergeben werden. Wenn es die Einsicht ist, durch die die reinen Herzens selig sind, so lasst uns beten, dass wir nicht in Versuchung geführt werden, damit wir nicht ein doppeltes Herz haben beim Streben nach zeitlichen und irdischen Dingen, die zu unserer Prüfung dienen. Wenn es die Weisheit ist, durch die die Friedensstifter selig sind, denn sie werden Söhne Gottes genannt werden, so lasst uns beten, von dem Bösen erlöst zu werden; denn eben diese Erlösung wird uns als Söhne Gottes frei machen.