
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 6
7 Wenn ihr betet, plappert nicht wie die Heiden. Denn sie meinen erhört zu werden, wenn sie viele Worte machen. 8 Macht es also nicht wie sie. Euer Vater weiß ja, was ihr braucht, noch bevor ihr ihn bittet.
(Epist. 130, 9.) Aber auch mit Worten sollen wir zu bestimmten Zeiten Gebet zu Gott verrichten, damit wir durch diese Zeichen der Dinge uns selbst im Gedächtnis behalten und wissen, welche Fortschritte wir in solchem Verlangen gemacht haben, und uns selbst eifriger anregen, dieses Verlangen zu mehren, damit es, nachdem es begonnen hat, warm zu werden, nicht durch mancherlei Sorgen erkaltet und völlig erstarrt, ohne unsere ständige Sorge, es lebendig zu erhalten. Worte sind also für uns notwendig, damit wir durch sie bewegt werden, damit wir klar verstehen, was wir erbitten, nicht damit wir meinen, der Herr werde durch sie entweder unterrichtet oder überredet.