
Cyprian von Karthago
Catena Aurea · Matthäusevangelium 6
5 Wenn ihr betet, so seid nicht wie die Heuchler; denn sie beten gern, wenn sie in den Synagogen und an den Straßenecken stehen, um sich vor den Leuten zu zeigen. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon erhalten. 6 Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer und schließe deine Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird dir vergelten.
(Tr. vii. 20.) Welch eine Unempfindlichkeit ist es, durch leichte und profane Einbildungen umherschweifend fortgerissen zu werden, wenn du dem Herrn deine Bitte vorträgst, als ob es etwas anderes gäbe, das du eher bedenken müsstest, als dass du mit Gott verkehrst! Wie kannst du von Gott verlangen, dass Er auf dich achtet, wenn du nicht auf dich selbst achtest? Das heißt gänzlich keine Vorsorge gegen den Feind treffen; das heißt, wenn du zu Gott betest, Gottes Majestät durch die Nachlässigkeit deines Gebets zu beleidigen.