
Gregor der Große
Catena Aurea · Matthäusevangelium 6
1 Achtet darauf, dass ihr euere Gerechtigkeit nicht vor den Menschen übt, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn bei euerem Vater, der im Himmel ist.
(Mor. viii. 48.) Wenn wir also den Ruhm des Gebens suchen, machen wir sogar unsere öffentlichen Taten in Seinen Augen verborgen; denn wenn wir dabei unseren eigenen Ruhm suchen, dann sind sie bereits aus Seinen Augen verworfen, auch wenn es viele gibt, denen sie noch unbekannt sind. Es gehört nur zu den vollkommen Vollendeten, ihre Taten sehen zu lassen und das Lob dafür so zu empfangen, dass sie nicht durch eine geheime Selbstgefälligkeit erhoben werden; die Schwachen hingegen, weil sie diese vollkommene Verachtung ihres eigenen Ruhmes nicht erreichen können, müssen die guten Taten, die sie tun, verbergen.