Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 5
43 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. 44 Ich aber sage euch: Liebt euere Feinde und betet für die, die euch verfolgen, 45 damit ihr Söhne eueres Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. 46 Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr dafür? Machen nicht auch die Zöllner dasselbe? 47 Und wenn ihr nur euere Brüder grüßt, was tut ihr da Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? 48 Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.
Er war darauf bedacht zu sagen: Über Gerechte und Ungerechte, und nicht ‚über die Ungerechten wie über die Gerechten‘; denn Gott gibt alle guten Gaben nicht um der Menschen willen, sondern um der Heiligen willen, wie auch Züchtigungen um der Sünder willen. Bei der Gewährung seiner guten Gaben trennt er die Sünder nicht von den Gerechten, damit sie nicht verzweifeln; so auch bei seinen Heimsuchungen nicht die Gerechten von den Sündern, damit sie nicht hochmütig werden; und umso mehr, da die Gottlosen keinen Nutzen aus den guten Dingen ziehen, die sie empfangen, sondern sie durch ihr böses Leben zu ihrem Schaden wenden; noch werden die Guten durch die bösen Dinge geschädigt, sondern sie nützen ihnen zur Mehrung der Gerechtigkeit.