Glossa ordinaria
Catena Aurea · Matthäusevangelium 5
29 Wenn dich daher dein rechtes Auge zur Sünde reizt, so reiß es aus und wirf es von dir. Es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. 30 Und wenn dich deine rechte Hand zur Sünde reizt, so haue sie ab und wirf sie von dir. Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle fährt.
(ord.) Oder; das rechte Auge ist das kontemplative Leben, das dadurch ärgert, dass es Ursache von Trägheit oder Selbstgefälligkeit ist, oder in unserer Schwäche, dass wir es nicht unvermischt ertragen können. Die rechte Hand ist die guten Werke oder das aktive Leben, das uns ärgert, wenn wir von der Gesellschaft und den Geschäften des Lebens verstrickt werden. Wenn also jemand das kontemplative Leben nicht aufrechterhalten kann, soll er nicht träge von aller Tätigkeit ruhen; oder andererseits, während er mit Tätigkeit beschäftigt ist, die Quelle der süßen Betrachtung versiegen lassen.