Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 5
23 Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, 24 dann lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh erst hin und versöhne dich mit deinem Bruder. Dann komm und bringe deine Gabe dar.
Siehe die Barmherzigkeit Gottes, dass Er eher an den Nutzen des Menschen denkt als an Seine eigene Ehre; Er liebt die Eintracht unter den Gläubigen mehr als Opfer an Seinem Altar; denn solange Zwietracht unter den Gläubigen herrscht, wird ihre Gabe nicht angesehen, ihr Gebet nicht erhört. Denn niemand kann zugleich ein wahrer Freund zweier sein, die Feinde sind. Ebenso bewahren wir nicht unsere Treue zu Gott, wenn wir Seine Freunde nicht lieben und Seine Feinde nicht hassen. Aber wie das Vergehen war, so soll auch die Versöhnung sein. Wenn du im Gedanken gesündigt hast, versöhne dich im Gedanken; wenn in Worten, versöhne dich in Worten; wenn in Taten, versöhne dich in Taten. Denn so ist es bei jeder Sünde: In welcher Art sie begangen wurde, in derselben Art wird die Buße getan.