Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 5
20 Denn ich sage euch: Wenn euere Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. 21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten. Wer aber tötet, soll dem Gericht verfallen sein. 22 Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder zürnt, soll dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Hohen Rat verfallen sein. Und wer sagt: Du Narr!, soll der Feuerhölle verfallen sein.
Die Gerechtigkeit der Schriftgelehrten und Pharisäer sind die Gebote des Mose; aber die Gebote Christi sind die Erfüllung jenes Gesetzes. Das also ist Seine Bedeutung: Wer immer zusätzlich zu den Geboten des Gesetzes Meine Gebote nicht erfüllt, wird nicht in das Himmelreich eingehen. Denn jene bewahren zwar vor der Strafe, die den Übertretern des Gesetzes geschuldet ist, führen aber nicht in das Reich ein; Meine Gebote aber befreien sowohl von der Strafe als auch führen in das Reich ein. Da aber das geringste Gebot brechen und es nicht halten ein und dasselbe ist, warum sagt Er oben von dem, der die Gebote bricht, dass er der Geringste im Himmelreich sein wird, und hier von dem, der sie nicht hält, dass er nicht in das Himmelreich eingehen wird? Siehe, wie der Geringste im Reich sein dasselbe ist wie nicht in das Reich eingehen. Denn für einen Menschen, im Reich zu sein, bedeutet nicht, mit Christus zu herrschen, sondern nur unter Christi Volk gezählt zu werden; was Er also von dem sagt, der die Gebote bricht, ist, dass er zwar unter die Christen gerechnet wird, doch der Geringste von ihnen. Wer aber in das Reich eingeht, wird mit Christus an Seinem Reich teilhaben. Daher wird der, der nicht in das Himmelreich eingeht, zwar nicht an Christi Herrlichkeit teilhaben, doch wird er im Himmelreich sein, das heißt in der Zahl derer, über die Christus als König des Himmels herrscht.