Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 4
18 Als er am See von Galiläa entlang wanderte, sah er zwei Brüder: Simon, der Petrus genannt wird, und seinen Bruder Andreas. Sie warfen ein Netz in den See, denn sie waren Fischer. 19 Da sagte er zu ihnen: Kommt, folgt mir nach. Ich will euch zu Menschenfischern machen. 20 Sofort verließen sie ihre Netze und folgten ihm. 21 Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder: Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und besserten ihre Netze aus. Er rief sie 22 und sofort verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten ihm.
Mit Recht legte er so die Grundlagen der Bruderschaft der Kirche auf Liebe, damit aus solchen Wurzeln ein reichlicher Saft der Liebe zu den Zweigen fließe; und zwar auf natürliche oder menschliche Liebe, damit Natur wie Gnade ihre Liebe fester binde. Sie waren zudem Brüder; und so legte Gott im Alten Testament die Grundlagen seines Baues auf Mose und Aaron, Brüder. Aber da die Gnade des Neuen Testaments reichlicher ist als die des Alten, wurde das erste Volk auf ein Bruderpaar gegründet, das neue Volk aber auf zwei. Sie wuschen ihre Netze, ein Beweis äußerster Armut; sie flickten die alten, weil sie nicht hatten, woher sie neue kaufen sollten. Und was ihre große kindliche Frömmigkeit zeigt: in dieser ihrer großen Armut verließen sie nicht ihren Vater, sondern nahmen ihn mit in ihr Boot, nicht damit er bei der Arbeit helfe, sondern die Freude der Gegenwart seiner Söhne habe.