Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 4
8 Wieder nahm ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit 9 und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. 10 Da sagte Jesus zu ihm: Hinweg, Satan! Denn es steht geschrieben: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen. 11 Da verließ ihn der Teufel und Engel traten hinzu und dienten ihm.
Beachte, wie Christus, als er selbst vom Teufel Unrecht erlitt und von ihm versucht wurde mit den Worten: „Wenn du der Sohn Gottes bist, so stürze dich hinab“, dennoch nicht dazu bewegt wurde, den Teufel zu schelten. Jetzt aber, da der Teufel sich die Ehre Gottes anmaßt, ist er zornig und treibt ihn fort mit den Worten: „Geh weg, Satan!“, damit wir durch sein Beispiel lernen, Unrecht gegen uns selbst mit Großmut zu ertragen, Unrecht gegen Gott aber nicht einmal anzuhören; denn geduldig zu sein bei eigenem Unrecht ist lobenswert, Gott Unrecht zuzufügen aber zu dulden ist Gottlosigkeit.