Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 4
8 Wieder nahm ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit 9 und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. 10 Da sagte Jesus zu ihm: Hinweg, Satan! Denn es steht geschrieben: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen. 11 Da verließ ihn der Teufel und Engel traten hinzu und dienten ihm.
Der Teufel, durch diese zweite Antwort in Ungewissheit gelassen, geht zu einer dritten Versuchung über. Christus hatte die Netze der Begierde durchbrochen, die des Ehrgeizes überschritten; nun breitet er für Ihn die der Habsucht aus; Er nimmt ihn mit auf einen sehr hohen Berg, wie er ihn bei der Umwanderung der Erde über die anderen emporragen sah. Je höher der Berg, desto weiter die Aussicht von ihm. Er zeigt ihm nicht so, dass sie wirklich die Königreiche, Städte, Völker, ihr Silber und ihr Gold sahen; sondern die Gegenden der Erde, wo jedes Königreich und jede Stadt lag. Wie wenn ich von einer Anhöhe aus auf euch zeigte: Siehe, dort liegt Rom, dort Alexandria; ihr sollt nicht die Städte selbst sehen, sondern die Gegend, in der sie liegen. So konnte der Teufel die einzelnen Gegenden mit dem Finger bezeichnen und mit Worten die Größe jedes Königreichs und seinen Zustand schildern; denn das wird gezeigt, was auf irgendeine Weise dem Verstand dargeboten wird.