Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 4
1 Danach wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, um vom Teufel versucht zu werden. 2 Nachdem er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bekam er Hunger.
Nicht nur Christus wird vom Geist in die Wüste geführt, sondern auch alle Söhne Gottes, die den Heiligen Geist haben. Denn sie sind nicht damit zufrieden, müßig zu sitzen, sondern der Heilige Geist treibt sie, ein großes Werk zu beginnen, d. h. in die Wüste hinauszugehen, wo sie dem Teufel begegnen werden; denn es gibt keine Ungerechtigkeit, an der der Teufel Gefallen hat. Denn alles Gute ist außerhalb des Fleisches und der Welt, weil es nicht nach dem Willen des Fleisches und der Welt ist. Zu einer solchen Wüste gehen also alle Söhne Gottes hinaus, damit sie versucht werden. Wenn du zum Beispiel unverheiratet bist, hat der Heilige Geist dich dadurch in die Wüste geführt, das heißt über die Grenzen des Fleisches und der Welt hinaus, damit du von der Lust versucht werdest. Der aber verheiratet ist, wird von solcher Versuchung nicht bewegt. Lasst uns lernen, dass die Söhne Gottes nicht versucht werden, außer wenn sie in die Wüste hinausgegangen sind, sondern die Kinder des Teufels, deren Leben im Fleisch und in der Welt ist, werden dann überwunden und gehorchen; der gute Mensch, der eine Frau hat, ist zufrieden; der böse, obwohl er eine Frau hat, ist damit nicht zufrieden, und so in allen anderen Dingen. Die Kinder des Teufels gehen nicht zum Teufel hinaus, damit sie versucht werden. Denn warum sollte der den Kampf suchen, der den Sieg nicht begehrt? Aber die Söhne Gottes, die mehr Zuversicht haben und den Sieg begehren, ziehen gegen ihn über die Grenzen des Fleisches hinaus. Aus diesem Grunde ging also auch Christus zum Teufel hinaus, damit er von ihm versucht werde.