Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 3
11 Ich taufe euch mit Wasser zur Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich; ich bin nicht wert, ihm die Schuhe nachzutragen. Er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen. 12 Die Wurfschaufel ist in seiner Hand; er wird seine Tenne fegen und seinen Weizen in die Scheune sammeln; die Spreu aber wird er in unauslöschlichem Feuer verbrennen.
Es ist also klar, dass die Taufe Christi die Taufe des Johannes nicht aufhebt, sondern sie in sich einschließt; wer im Namen Christi getauft wird, hat beide Taufen, die des Wassers und die des Geistes. Denn Christus ist Geist und hat den Leib angenommen, damit er sowohl leibliche als auch geistliche Taufe spende. Die Taufe des Johannes schließt die Taufe Christi nicht ein, weil das Geringere das Größere nicht einschließen kann. So taufte der Apostel, als er einige Epheser fand, die mit der Taufe des Johannes getauft waren, sie erneut im Namen Christi, weil sie nicht im Geist getauft worden waren; so taufte Christus ein zweites Mal jene, die von Johannes getauft worden waren, wie Johannes selbst erklärte, dass er es tun werde: Ich taufe euch mit Wasser; er aber wird euch mit dem Geist taufen. Und doch wurden sie nicht zweimal getauft, sondern einmal; denn da die Taufe Christi mehr war als die des Johannes, war sie eine neue, die gegeben wurde, nicht dieselbe, die wiederholt wurde.