Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 3
11 Ich taufe euch mit Wasser zur Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich; ich bin nicht wert, ihm die Schuhe nachzutragen. Er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen. 12 Die Wurfschaufel ist in seiner Hand; er wird seine Tenne fegen und seinen Weizen in die Scheune sammeln; die Spreu aber wird er in unauslöschlichem Feuer verbrennen.
Da aber niemand eine Gabe geben kann, die würdiger ist als er selbst, noch einen anderen zu dem machen kann, was er selbst nicht ist, fügt er hinzu: Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Johannes, der fleischlich ist, kann keine geistliche Taufe spenden; er tauft mit Wasser, das Materie ist; so tauft er Materie mit Materie. Christus ist Geist, weil er Gott ist; der Heilige Geist ist Geist, die Seele ist Geist; so tauft Geist mit Geist unseren Geist. Die Taufe des Geistes nützt, indem der Geist eintritt und den Verstand umfängt und ihn gleichsam mit einer uneinnehmbaren Mauer umgibt, sodass fleischliche Begierden nicht gegen ihn siegen. Es geschieht zwar nicht, dass das Fleisch nicht begehrt, aber er hält den Willen fest, dass er nicht einwilligt. Und da Christus Richter ist, tauft er mit Feuer, d. h. mit Versuchung; ein bloßer Mensch kann nicht mit Feuer taufen. Allein der darf versuchen, der mächtig ist zu belohnen. Diese Taufe der Trübsal verbrennt das Fleisch, damit es nicht Begierde erzeugt; denn das Fleisch fürchtet nicht die geistliche Strafe, sondern nur die fleischliche. Der Herr sendet daher seinen Knechten fleischliche Trübsal, damit das Fleisch, seine eigenen Schmerzen fürchtend, nicht nach dem Bösen begehre. Siehe also, wie der Geist die Begierde vertreibt und nicht zulässt, dass sie siegt, und das Feuer ihre Wurzeln verbrennt.