Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 3
7 Als er aber viele Pharisäer und Sadduzäer zur Taufe kommen sah, sagte er zu ihnen: Ihr Natternbrut! Wer hat euch gelehrt, ihr könntet dem kommenden Zorn entfliehen? 8 Bringt also Frucht, die der Umkehr entspricht, 9 und lasst euch nicht einfallen, zu denken: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Aus diesen Steinen da kann Gott dem Abraham Kinder erwecken. 10 Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
Wie ein geschickter Arzt aus der Farbe der Haut die Krankheit des Kranken erkennt, so verstand Johannes die bösen Gedanken der Pharisäer, die zu ihm kamen. Sie dachten vielleicht: Wir gehen hin und bekennen unsere Sünden; er legt uns keine Last auf, wir lassen uns taufen und erhalten Nachsicht für die Sünde. Toren! Wenn ihr Unreines gegessen habt, müsst ihr da nicht Arznei nehmen? So braucht ein Mensch nach Bekenntnis und Taufe viel Sorgfalt, um die Wunde der Sünde zu heilen; deshalb sagt er: Schlangenbrut. Es liegt in der Natur der Natter, sobald sie einen Menschen gebissen hat, zum Wasser zu fliehen, das sie, wenn sie es nicht findet, sogleich stirbt; so lief diese Natternbrut, nachdem sie Todsünde begangen hatte, zur Taufe, damit sie wie Nattern durch das Wasser dem Tod entkäme. Ferner ist es die Natur der Nattern, den Leib ihrer Mutter zu durchbrechen und so geboren zu werden. Die Juden werden also deshalb Natternbrut genannt, weil sie durch fortwährende Verfolgung der Propheten ihre Mutter, die Synagoge, verdorben hatten. Auch haben die Nattern ein schönes und geflecktes Äußeres, sind aber innerlich voll Gift. So trugen auch diese Männer ein heiliges Aussehen zur Schau.