Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 3
5 Damals zog Jerusalem und ganz Judäa und die ganze Jordangegend zu ihm hinaus. 6 Sie ließen sich von ihm im Jordan taufen und bekannten dabei ihre Sünden.
Wer kann sich im Vergleich zur Heiligkeit des Johannes für gerecht halten? Wie ein weißes Gewand, neben Schnee gelegt, durch den Kontrast schmutzig erscheint; so würde im Vergleich mit Johannes jeder Mensch unrein erscheinen; deshalb bekannten sie ihre Sünden. Das Bekenntnis der Sünde ist das Zeugnis eines Gewissens, das Gott fürchtet. Und vollkommene Furcht nimmt alle Scham hinweg. Aber die Scham des Bekenntnisses zeigt sich dort, wo keine Furcht vor dem kommenden Gericht ist. Da aber die Scham selbst eine schwere Strafe ist, befiehlt Gott uns, unsere Sünden zu bekennen, damit wir diese Scham als Strafe erleiden; denn das selbst ist ein Teil des Gerichts.