
Petrus Chrysologus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 28
1 Nach dem Sabbat, in der Morgendämmerung des ersten Wochentags, kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. 2 Da entstand ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. 3 Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. 4 Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und waren wie tot. 5 Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. 6 Er ist nicht hier; denn er ist auferweckt worden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stelle, wo er gelegen hat. 7 Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferweckt worden. Er geht euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt.
(Serm. 75.) Der Glanz seines Angesichts ist verschieden vom Leuchten seines Gewandes; sein Angesicht wird mit Blitzen verglichen, sein Gewand mit Schnee; denn der Blitz ist im Himmel, der Schnee auf der Erde; wie der Prophet sagt: Lobt den Herrn von der Erde; Feuer und Hagel, Schnee und Nebel. (Ps. 148:7.) So ist im Angesicht des Engels der Glanz seiner himmlischen Natur bewahrt; in seinem Gewand wird die Gnade der menschlichen Gemeinschaft gezeigt. Denn das Erscheinen des Engels, der mit ihnen sprach, ist so geordnet, dass Augen aus Fleisch den stillen Glanz seiner Gewänder ertragen konnten, und sie wegen seines leuchtenden Angesichts vor dem Boten ihres Schöpfers erzittern sollten.