
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 28
1 Nach dem Sabbat, in der Morgendämmerung des ersten Wochentags, kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. 2 Da entstand ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. 3 Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. 4 Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und waren wie tot. 5 Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. 6 Er ist nicht hier; denn er ist auferweckt worden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stelle, wo er gelegen hat. 7 Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferweckt worden. Er geht euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt.
(de Cons. Ev. iii. 24.) Es mag manchen beunruhigen, wie es kommt, dass nach Matthäus der Engel auf dem Stein saß, nachdem er vom Grab zurückgewälzt worden war, während Markus sagt, dass die Frauen, nachdem sie in das Grab gegangen waren, einen Jüngling zur Rechten sitzen sahen. Entweder können wir annehmen, dass sie zwei sahen, und dass Matthäus nicht den erwähnt hat, den sie innerhalb sahen, noch Markus den, den sie außerhalb des Grabes sahen; sondern dass sie von jedem einzeln hörten, was die Engel über Jesus sagten. Oder die Worte „als sie in das Grab gingen“ (Markus 16:5) können bedeuten, dass sie in einen umschlossenen Raum gingen, der wahrscheinlich vor dem Felsen existierte, aus dem das Grab gehauen war; und so könnte es derselbe Engel sein, den sie zur Rechten sitzen sahen, den Matthäus als auf dem Stein sitzend beschreibt, den er zurückgewälzt hatte.