
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Matthäusevangelium 27
45 Von der sechsten Stunde an aber kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 46 Um die neunte Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lema sabachtani?, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? 47 Als einige von den Umstehenden das hörten, sagten sie: Er ruft Elija. 48 Sofort lief einer von ihnen hin, nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken. 49 Die Übrigen aber sagten: Lass, wir wollen sehen, ob Elija kommt, um ihn zu retten. 50 Da schrie Jesus noch einmal laut auf und gab den Geist auf.
Essig ist Wein, der entweder aus Nachlässigkeit oder durch Fehler des Gefäßes sauer geworden ist. Wein ist die Ehre der Unsterblichkeit oder die Tugend. Als dieser dann in Adam sauer geworden war, nahm er ihn und trank ihn aus den Händen der Heiden. Er wird ihm auf einem Rohr und einem Schwamm dargeboten; das heißt, er nahm aus den Leibern der Heiden die verdorbene und verderbte Unsterblichkeit und verwandelte in sich selbst in eine Mischung der Unsterblichkeit das, was in uns verdorben war.