
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 26
39 Dann ging er ein wenig weiter, warf sich auf sein Angesicht nieder und betete: Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber. Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst. 40 Und er kam zu den Jüngern zurück und fand sie schlafend. Da sagte er zu Petrus: So konntet ihr nicht eine Stunde mit mir wachen? 41 Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist zwar willig, das Fleisch aber schwach. 42 Wiederum ging er weg, zum zweiten Mal, und betete: Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht an mir vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille. 43 Als er zurückkam, fand er sie wieder schlafend; denn die Augen waren ihnen schwer geworden. 44 Da ließ er sie, ging nochmals weg und betete zum dritten Mal mit den gleichen Worten.
Dass Er zum zweiten und dritten Mal darum betet, kommt aus den Gefühlen der menschlichen Schwachheit, durch die Er auch den Tod fürchtete und so die Gewissheit gab, dass Er wahrhaftig Mensch geworden ist. Denn in der Schrift, wenn etwas zum zweiten und dritten Mal wiederholt wird, ist das der größte Beweis für seine Wahrheit und Wirklichkeit; wie zum Beispiel, wenn Joseph zu Pharao sagt: Und dass du es zweimal gesehen hast, ist ein Beweis dafür, dass die Sache von Gott festgesetzt ist. (Gen. 41,32.)