Origenes
Catena Aurea · Matthäusevangelium 26
39 Dann ging er ein wenig weiter, warf sich auf sein Angesicht nieder und betete: Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber. Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst. 40 Und er kam zu den Jüngern zurück und fand sie schlafend. Da sagte er zu Petrus: So konntet ihr nicht eine Stunde mit mir wachen? 41 Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist zwar willig, das Fleisch aber schwach. 42 Wiederum ging er weg, zum zweiten Mal, und betete: Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht an mir vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille. 43 Als er zurückkam, fand er sie wieder schlafend; denn die Augen waren ihnen schwer geworden. 44 Da ließ er sie, ging nochmals weg und betete zum dritten Mal mit den gleichen Worten.
Dann wiederum, indem Er den Nutzen bedenkt, der der ganzen Welt aus Seinem Leiden erwachsen würde, sagt Er: Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst; d. h. Wenn es möglich wäre, dass all diese Wohltaten, die aus Meinem Leiden hervorgehen sollen, ohne es erlangt werden, so möge es an Mir vorübergehen, und sowohl die Welt gerettet als auch die Juden nicht verdammt werden, indem sie Mich töten. Aber wenn das Heil vieler nicht ohne die Vernichtung einiger erlangt werden kann, so möge es, unter Wahrung Deiner Gerechtigkeit, nicht vorübergehen. Die Schrift spricht an vielen Stellen vom Leiden als einem Kelch, der geleert wird; und er wird von dem geleert, der im Zeugnis alles erleidet, was ihm zugefügt wird. Er vergießt ihn hingegen, der verleugnet, um das Leiden zu vermeiden.