
Johannes von Damaskus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 26
36 Darauf kam Jesus mit ihnen an ein Gehöft namens Getsemani und sagte zu den Jüngern: Setzt euch hier, während ich dorthin gehe und bete. 37 Und er nahm Petrus und die beiden Zebedäussöhne mit sich und begann sich zu betrüben und zu verzagen. 38 Da sagte er zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod. Bleibt hier und wacht mit mir!
(de. Fid. Orth. iii. 24.) Da aber das Gebet die Erhebung des Verstandes zu Gott ist oder die Bitte an Gott um das, was sich ziemt, wie betete der Herr? Denn Sein Verstand bedurfte nicht, zu Gott erhoben zu werden, da Er einst hypostatisch mit Gott dem Wort vereint worden war. Auch konnte Er nicht nötig haben, Gott um das zu bitten, was sich ziemt, denn der eine Christus ist sowohl Gott als auch Mensch. Aber indem Er in Sich selbst uns ein Vorbild gab, lehrte Er uns, Gott zu bitten und unsere Herzen zu Ihm zu erheben. Wie Er unsere Leidenschaften auf Sich nahm, damit Er durch deren Überwindung in Sich selbst auch uns den Sieg über sie gäbe, so betet Er jetzt, um uns den Weg zu jener Erhebung zu Gott zu eröffnen, um für uns alle Gerechtigkeit zu erfüllen, um Seinen Vater mit uns zu versöhnen, um Ihm als der Ersten Ursache Ehre zu erweisen und um zu zeigen, dass Er nicht gegen Gott ist.