
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 26
30 Nach dem Lobgesang gingen sie hinaus zum Ölberg. 31 Da sagte Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr alle an mir Anstoß nehmen; denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen. 32 Wenn ich aber auferweckt worden bin, werde ich euch nach Galiläa vorangehen. 33 Da antwortete ihm Petrus: Wenn alle an dir Anstoß nehmen, ich werde niemals Anstoß nehmen! 34 Jesus sagte zu ihm: Amen, ich sage dir: In dieser Nacht, noch ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. 35 Petrus aber erwiderte ihm: Und wenn ich mit dir sterben müsste, ich werde dich niemals verleugnen. Ähnlich sprachen auch alle (anderen) Jünger.
Er führt diese Prophezeiung an, um sie zu lehren, auf das Geschriebene zu achten, und um zu zeigen, dass Seine Kreuzigung nach dem Ratschluss Gottes geschah und (wie Er es durchweg tut), dass Er dem Alten Testament nicht fremd war, sondern dass es von Ihm prophezeite. Doch ließ Er sie nicht in Trauer verharren, sondern verkündet frohe Botschaft und spricht: Wenn Ich auferstanden bin, werde Ich vor euch nach Galiläa gehen. Nach Seiner Auferstehung erscheint Er ihnen nicht sogleich vom Himmel, noch begibt Er sich in ein fernes Land, sondern in eben dasselbe Volk, in dem Er gekreuzigt wurde, fast an eben demselben Ort, wodurch Er ihnen die Versicherung gibt, dass der Gekreuzigte derselbe ist wie der Auferstandene, um dadurch ihre niedergeschlagenen Mienen aufzuheitern. Er bestimmt Galiläa, damit sie, von der Furcht vor den Juden befreit, glauben könnten, was Er ihnen sagte.