
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 26
20 Als es Abend geworden war, legte er sich mit den zwölf Jüngern zu Tisch. 21 Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten. 22 Da wurden sie sehr traurig und begannen, einer nach dem anderen, ihn zu fragen: Ich bin es doch nicht, Herr? 23 Er aber antwortete: Der mit mir die Hand in die Schüssel getaucht hat wird mich verraten. 24 Zwar geht der Menschensohn dahin, wie von ihm geschrieben steht. Weh aber dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Besser wäre es für ihn, wenn er nie geboren wäre. 25 Da entgegnete Judas, der ihn verriet: Ich bin es doch nicht, Rabbi? Er sagte zu ihm: Du sagst es.
O wunderbare Langmut des Herrn! Er hatte zuvor gesagt: Einer von euch wird mich verraten. Der Verräter verharrt in seiner Bosheit; er bezeichnet ihn genauer, doch nicht mit Namen. Denn Judas, während die übrigen traurig waren und ihre Hände zurückzogen und die Speise von ihren Mündern wiesen, streckte mit derselben Verwegenheit und Rücksichtslosigkeit, die ihn dazu brachte, ihn zu verraten, seine Hand in die Schüssel mit seinem Meister und gab seine Dreistigkeit als gutes Gewissen aus.