
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 26
6 Als Jesus in Betanien war, im Hause Simons des Aussätzigen, 7 kam eine Frau mit einem Alabastergefäß voll kostbarem Salböl zu ihm und goss es über sein Haar, während er zu Tisch lag. 8 Als die Jünger das sahen, wurden sie ärgerlich und sagten: Wozu diese Verschwendung? 9 Das hätte man teuer verkaufen und den Erlös den Armen geben können. 10 Als Jesus das merkte, sagte er zu ihnen: Was kränkt ihr die Frau? Sie hat doch eine gute Tat an mir getan. 11 Denn Arme habt ihr ja allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit. 12 Als sie dieses Salböl über meinen Leib goss, hat sie es für mein Begräbnis getan. 13 Amen, ich sage euch: Wo immer auf der ganzen Welt dieses Evangelium verkündet wird, da wird auch zu ihrem Gedächtnis erzählt werden, was sie getan hat.
(de Cons. Ev. ii. 78.) Dennoch mag zwischen der Erzählung des Matthäus und Markus, die sagen, dass nach zwei Tagen das Fest des Pascha sei, und dann Jesus nach Bethanien bringen, und der des Johannes, der, indem er diese Geschichte der Salbung erzählt, sagt: Sechs Tage vor dem Pascha, ein gewisser Unterschied erscheinen. Die, welche dies betonen, verstehen nicht, dass die Ereignisse in Bethanien bei Matthäus und Markus außerhalb ihrer Reihenfolge eingefügt sind, etwas später als zur Zeit ihres Geschehens. Keiner von beiden leitet, wie zu bemerken ist, seinen Bericht mit „danach“ ein.