
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 24
36 Jenen Tag aber und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater. 37 Denn wie es in den Tagen Noachs war, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein. 38 Denn wie sie in den Tagen vor der Flut aßen und tranken, heirateten und sich heiraten ließen, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging, 39 und nichts ahnten, bis die Flut kam und alle hinwegriss, so wird es auch beim Kommen des Menschensohnes sein. 40 Dann wird von zweien auf dem Feld der eine mitgenommen und der andere zurückgelassen. 41 Von zwei (Frauen), die an der Mühle mahlen, wird die eine mitgenommen und die andere zurückgelassen.
Darüber freuen sich Arius und Eunomius sehr; denn sie sagen: Der, der weiß, und der, der nicht weiß, können nicht beide gleich sein. Ihnen antworten wir kurz: Da Jesus, das heißt das Wort Gottes, alle Zeiten gemacht hat (denn „durch ihn ist alles gemacht, und ohne ihn ist nichts gemacht, was gemacht ist“) (Johannes 1:3), und da der Tag des Gerichts in aller Zeit sein muss, mit welcher Vernunft kann da gezeigt werden, dass der, der das Ganze kennt, einen Teil nicht kennt? Wir wollen noch weiter sagen: Was ist größer, die Kenntnis des Vaters oder die Kenntnis des Gerichts? Wenn Er das Größere kennt, wie kann Er das Geringere nicht kennen?