Remigius von Auxerre
Catena Aurea · Matthäusevangelium 24
15 Wenn ihr also den Gräuel der Verwüstung, von dem der Prophet Daniel spricht, an heiliger Stätte stehen seht -- wer es liest, bedenke es wohl! --, 16 dann fliehe in die Berge, wer in Judäa ist. 17 Wer sich gerade auf dem Dach befindet, steige nicht hinab, seine Sachen aus dem Haus zu holen 18 und wer auf dem Feld ist, kehre nicht zurück, seinen Mantel zu holen. 19 Weh aber den Schwangeren und Stillenden in jenen Tagen! 20 Betet, dass euere Flucht nicht in den Winter oder auf einen Sabbat fällt. 21 Denn dann wird eine große Bedrängnis kommen, wie von Anfang der Welt bis jetzt noch keine gewesen ist und auch nicht mehr sein wird. 22 Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, dann würde kein Mensch gerettet. Aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden.
Und dies, wissen wir, geschah so, als der Fall Jerusalems nahte; denn beim Herannahen des römischen Heeres zogen sich alle Christen in der Provinz, wie die Kirchengeschichte berichtet (Euseb. H.E. iii. 5.), wunderbar vom Himmel gewarnt, zurück und nahmen, den Jordan überquerend, Zuflucht in der Stadt Pella; und unter dem Schutz jenes Königs Agrippa, von dem wir in der Apostelgeschichte lesen, blieben sie einige Zeit; aber Agrippa selbst wurde mit den Juden, die er regierte, der Herrschaft der Römer unterworfen.