
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 24
9 Dann werden sie euch der Bedrängnis überliefern und euch töten und ihr werdet von allen Völkern um meines Namens willen gehasst werden. 10 Dann werden viele zu Fall kommen und einander verraten und einander hassen. 11 Viele falsche Propheten werden auftreten und viele irreführen. 12 Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe bei vielen erkalten. 13 Wer aber bis zum Ende durchhält, der wird gerettet. 14 Aber dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt verkündet werden, allen Völkern zum Zeugnis. Und dann wird das Ende kommen.
Dass vor der Einnahme Jerusalems das Evangelium überall gepredigt wurde, höre, was Paulus sagt: Ihr Schall ist ausgegangen in alle Lande (Röm 10,18); und sieh ihn selbst von Jerusalem nach Spanien reisen. Und wenn einer eine so große Provinz hatte, denke, wie viel alle getan haben müssen. Daher schreibt er an gewisse Leute über das Evangelium: Es bringt Frucht und wächst in jedem Geschöpf unter dem Himmel (Kol 1,6). Und dies ist der stärkste Beweis für die Macht Christi, dass in dreißig Jahren oder etwas mehr das Wort des Evangeliums die Enden der Welt erfüllte. Obwohl das Evangelium überall gepredigt wurde, glaubten doch nicht alle, weshalb Er hinzufügt: Zum Zeugnis für alle Völker, zur Anklage, das heißt, für die, die nicht glauben, indem die, die geglaubt haben, gegen die zeugen, die nicht glaubten, und sie verurteilen. Und zu passender Zeit fiel Jerusalem, nämlich nachdem das Evangelium in der ganzen Welt gepredigt worden war; wie es folgt: Und dann wird das Ende kommen, d. h. das Ende Jerusalems. Denn die, welche die Macht Christi überall leuchten sahen und in kurzer Zeit über die ganze Welt verbreitet, welche Barmherzigkeit verdienten sie, als sie noch in Undankbarkeit verharrten?