Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 21
33 Hört ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsherr, der pflanzte einen Weinberg, machte einen Zaun darum, grub eine Kelter darin und baute einen Turm. Dann verpachtete er ihn an Winzer 34 und ging in die Fremde. Als nun die Zeit der Ernte herankam, sandte er seine Knechte zu den Winzern, um seine Früchte in Empfang zu nehmen. 35 Die Winzer aber ergriffen seine Knechte, schlugen den einen, töteten den anderen und steinigten den dritten. 36 Nochmals sandte er andere Knechte, mehr als zuvor, aber mit ihnen machten sie es ebenso. 37 Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er sagte sich: Vor meinem Sohn werden sie doch Achtung haben. 38 Als aber die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe; kommt, wir wollen ihn töten und uns sein Erbe aneignen! 39 Und sie ergriffen ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und töteten ihn. 40 Wenn nun der Herr des Weinbergs kommt, was wird er mit jenen Winzern tun? 41 Sie sagten zu ihm: Er wird den Bösen ein böses Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte zur rechten Zeit abliefern. 42 Da sagte Jesus zu ihnen: Habt ihr nie in den Schriften gelesen:Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, / er ist zum Eckstein geworden;durch den Herrn ist das geschehen / und es ist ein Wunder in unseren Augen? 43 Deshalb sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volk gegeben werden, das seine Früchte bringt. 44 [Und wer auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert werden; auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen.]
Nach seinem Eintritt in den Tempel und nachdem er die vertrieben hatte, die die Tiere für die Opfer verkauften, fassten sie den Beschluss, ihn zu töten: Kommt, lasst uns ihn töten. Denn sie überlegten unter sich: Es wird geschehen, dass das Volk dadurch die Praxis des Opferns aufgibt, die zu unserem Gewinn gehört, und sich damit begnügt, das Opfer der Gerechtigkeit darzubringen, das zur Ehre Gottes gehört; und so wird die Nation nicht mehr unser Besitz sein, sondern Gottes Besitz werden. Wenn wir ihn aber töten, dann wird, da niemand mehr die Frucht der Gerechtigkeit vom Volk sucht, die Praxis des Opferns fortbestehen, und so wird dieses Volk unser Besitz werden; wie es folgt: Und das Erbe wird unser sein. Dies sind die üblichen Gedanken aller weltlichen Priester, die nicht bedenken, wie das Volk ohne Sünde leben soll, sondern darauf schauen, wie viel in der Kirche geopfert wird, und das als den Gewinn ihres Dienstes betrachten.