
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 21
17 Und er ließ sie stehen, ging aus der Stadt hinaus nach Betanien und übernachtete dort. 18 Als er in der Frühe wieder in die Stadt zurückkehrte, hatte er Hunger. 19 Da sah er einen Feigenbaum am Weg stehen, ging auf ihn zu, fand aber nichts daran als Blätter. Da sagte er zu ihm: In Ewigkeit sollst du keine Frucht mehr tragen. Und augenblicklich verdorrte der Feigenbaum. 20 Als die Jünger das sahen, wunderten sie sich und fragten: Wie ist der Feigenbaum so rasch verdorrt? 21 Jesus antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, dann werdet ihr nicht nur das mit dem Feigenbaum vollbringen, sondern selbst wenn ihr zu diesem Berg da sagt: Hebe dich weg und stürz dich ins Meer!, so wird es geschehen. 22 Und alles, was ihr voll Glauben im Gebet erbittet, werdet ihr empfangen.
Dies war nur eine Annahme der Jünger, dass er verflucht wurde, weil er keine Frucht hatte; denn ein anderer Evangelist sagt, dass es noch nicht die Zeit war. Warum wurde er dann verflucht? Um der Jünger willen, damit sie lernten, dass er die Macht hatte, diejenigen zu verdorren, die ihn kreuzigten. Und er wirkte dieses Wunder an dem, was von allen Pflanzen das saftigste ist, damit die Größe des Wunders offenkundiger würde. Und wenn etwas Derartiges an Tieren oder Pflanzen geschieht, frage nicht, ob der Feigenbaum mit Gerechtigkeit verdorrt wurde, da es nicht die Zeit für seine Frucht war; denn so zu fragen wäre äußerster Wahnsinn, denn in solchen Geschöpfen kann es weder Schuld noch Strafe geben; sondern betrachte das Wunder und bewundere den, der es wirkt.