Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 21
10 Als er in Jerusalem einzog, kam die ganze Stadt in Bewegung und fragte: Wer ist das? 11 Die Scharen antworteten: Das ist der Prophet, Jesus aus Nazaret in Galiläa. 12 Jesus ging in den Tempel und trieb alle, die im Tempel verkauften und kauften, hinaus, stieß die Tische der Geldwechsler und die Sitze der Taubenverkäufer um 13 und sagte zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes genannt werden. Ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle. 14 Und Lahme und Blinde kamen zu ihm in den Tempel und er heilte sie. 15 Als aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er wirkte, und die Kinder, die im Tempel riefen: Hosanna dem Sohn Davids!, da wurden sie zornig 16 und sagten zu ihm: Hörst du, was die da rufen? Jesus aber sagte zu ihnen: Gewiss. Habt ihr nie gelesen: Aus dem Mund der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet?
Als hätte er gesagt: Mag es so sein, es ist meine Schuld, dass diese so rufen. Aber ist es meine Schuld, dass so viele tausend Jahre zuvor der Prophet vorhersagte, dass es so geschehen würde? Aber Säuglinge und Unmündige können niemanden erkennen oder preisen. Daher werden sie Säuglinge genannt, nicht dem Alter nach, sondern wegen der Arglosigkeit des Herzens; Unmündige, weil sie aus Freude über die wunderbaren Dinge, die sie sahen, wie von der Süße der Milch bewegt, riefen. Wunderbare Werke werden Milch genannt, weil das Anschauen von Wundern keine Mühe ist, sondern vielmehr Staunen erregt und sanft zum Glauben einlädt. Brot ist die Lehre der vollkommenen Gerechtigkeit, die niemand empfangen kann außer denen, die ihre Sinne für geistliche Dinge geübt haben.