Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 2
13 Nachdem sie aufgebrochen waren, erschien dem Josef ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich es dir sage; denn Herodes will nach dem Kind suchen, um es zu töten. 14 Da stand er auf, nahm in der Nacht das Kind und seine Mutter und floh nach Ägypten. 15 Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. So sollte das Wort in Erfüllung gehen, das der Herr durch den Propheten gesprochen hatte: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.
Er sagt nicht: ‚die Mutter und ihr junges Kind‘, sondern: das junge Kind und seine Mutter; denn das Kind wurde nicht für die Mutter geboren, sondern die Mutter für das Kind bereitet. Wie ist das, dass der Sohn Gottes vor dem Angesicht des Menschen flieht? Oder wer wird aus der Hand des Feindes erretten, wenn Er selbst Seine Feinde fürchtet? Erstens: Er musste auch hierin das Gesetz jener menschlichen Natur beobachten, die Er auf sich genommen hatte; und die menschliche Natur und das Kindesalter müssen vor drohender Macht fliehen. Zweitens: Dass Christen, wenn die Verfolgung es notwendig macht, sich nicht schämen sollten zu fliehen. Aber warum nach Ägypten? Der Herr, der Seinen Zorn nicht ewig behält, erinnerte sich der Leiden, die Er über Ägypten gebracht hatte, und sandte daher Seinen Sohn dorthin und gab ihm dieses Zeichen großer Versöhnung, dass Er mit diesem einen Heilmittel die zehn Plagen Ägyptens heilen könnte, und die Nation, die der Verfolger dieses erstgeborenen Volkes gewesen war, könnte die Hüterin Seines erstgeborenen Sohnes sein. Wie sie früher grausam geherrscht hatten, so konnten sie nun fromm dienen; und nicht zum Roten Meer gehen, um zu ertrinken, sondern zu den Wassern der Taufe gerufen werden, um Leben zu empfangen.