Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 2
10 Als sie den Stern erblickten, hatten sie eine überaus große Freude. 11 Sie traten in das Haus ein und sahen das Kind mit Maria, seiner Mutter, fielen nieder und huldigten ihm. Dann öffneten sie ihre Schätze und brachten ihm Geschenke dar, Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Maria, seine Mutter, nicht mit einem Diadem gekrönt oder auf einem goldenen Lager ruhend; sondern kaum mit einem Gewand bekleidet, nicht zum Schmuck, sondern zur Bedeckung, und zwar einem solchen, wie es die Frau eines Zimmermanns auf Reisen haben mochte. Wären sie also gekommen, einen irdischen König zu suchen, wären sie eher verwirrt als erfreut gewesen und hätten ihre Mühe für vergeblich gehalten. Nun aber suchten sie einen himmlischen König; so dass, obwohl sie nichts von königlichem Prunk sahen, das Zeugnis jenes Sterns ihnen genügte, und ihre Augen sich freuten, einen verachteten Knaben zu erblicken, während der Geist ihn ihren Herzen in all seiner wunderbaren Macht offenbarte, fielen sie nieder und beteten an; den Menschen sehend, erkannten sie den Gott.