Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 2
1 Als nun Jesus geboren war, zu Betlehem im Land Juda in den Tagen des Königs Herodes, da kamen Magier aus dem Osten nach Jerusalem 2 und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihm zu huldigen.
Wenn also jemand durch die Planeten zum Ehebrecher oder Mörder würde, wie groß wäre dann das Übel und die Bosheit jener Sterne, oder vielmehr dessen, der sie gemacht hat? Denn da Gott die zukünftigen Dinge kennt und weiß, welche Übel aus jenen Sternen entspringen werden: Wenn er es nicht verhindern wollte, ist er nicht gut; wenn er es wollte, aber nicht könnte, ist er schwach. Wenn es ferner vom Stern abhängt, ob wir gut oder böse sind, haben wir weder Verdienst noch Schuld, da wir nicht aus freiem Willen handeln; und warum sollte ich für eine Sünde bestraft werden, die ich nicht willentlich, sondern aus Notwendigkeit begangen habe? Die Gebote Gottes gegen die Sünde und die Ermahnungen zur Gerechtigkeit stürzen diese Torheit um. Denn wo ein Mensch nicht die Macht hat zu tun oder zu unterlassen, wer würde ihm befehlen, zu tun oder zu unterlassen?