Pseudo-Augustinus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 2
1 Als nun Jesus geboren war, zu Betlehem im Land Juda in den Tagen des Königs Herodes, da kamen Magier aus dem Osten nach Jerusalem 2 und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihm zu huldigen.
(Append. Serm. 132.) Viele Könige von Judäa waren geboren und gestorben, doch hatten Magier je einen von ihnen zur Anbetung gesucht? Nein, denn ihnen war nicht gelehrt worden, dass einer von diesen vom Himmel sprach. Keinem gewöhnlichen König von Judäa hätten diese Männer, Fremde aus dem Land Judäa, jemals solche Ehre zuerkannt. Aber ihnen war gelehrt worden, dass dieses Kind einer sei, durch dessen Anbetung sie gewiss jenes Heil erlangen würden, das von Gott ist. Weder war sein Alter so, dass es menschliche Schmeichelei erregt hätte; seine Glieder nicht in Purpur gekleidet, seine Stirn nicht mit einem Diamanten gekrönt, kein prunkvoller Zug, kein furchterregendes Heer, kein ruhmreicher Kriegsruhm zog diese Männer aus den entferntesten Ländern mit solchem Ernst des Flehens zu ihm. Da lag in einer Krippe ein Knabe, neugeboren, von kindlicher Größe, von erbärmlicher Armut. Aber in jenem kleinen Kind verbarg sich etwas Großes, das diese Männer, die Erstlinge der Heiden, nicht von der Erde, sondern vom Himmel gelernt hatten; wie folgt: „Wir haben seinen Stern im Osten gesehen.“ Sie verkünden die Vision und fragen, sie glauben und forschen, als solche, die im Glauben wandeln und die Schau begehren.