
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 19
27 Da antwortete ihm Petrus: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was wird uns also zuteil werden? 28 Jesus entgegnete ihnen: Amen, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet bei der Neuerschaffung der Welt, wenn sich der Menschensohn auf den Thron seiner Herrlichkeit setzt, ebenfalls auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. 29 Und jeder, der Häuser, Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker um meines Namens willen verlassen hat, wird es hundertfach wieder empfangen und das ewige Leben gewinnen. 30 Viele aber, die (jetzt) die Ersten sind, werden die Letzten sein und die Letzten die Ersten.
Er sagte daher nicht die Heiden und die ganze Welt, sondern die Stämme Israels, weil die Apostel und die Juden unter denselben Gesetzen und Bräuchen aufgewachsen waren. Damit also, wenn die Juden vorbringen sollten, sie hätten nicht an Christus glauben können, weil sie durch ihr Gesetz gehindert worden seien, die Jünger vorgeführt werden, die dasselbe Gesetz hatten. Aber jemand könnte sagen: Was ist das für eine große Sache, wenn sowohl die Niniviten als auch die Königin des Südens dasselbe haben werden? Er hatte ihnen zuvor und wird ihnen wieder die höchsten Belohnungen verheißen; und auch jetzt vermittelt Er stillschweigend etwas dergleichen. Denn von jenen anderen hatte Er nur gesagt, dass sie sitzen und dieses Geschlecht verurteilen werden; aber jetzt sagt Er zu den Jüngern: Wenn der Menschensohn sitzen wird, werdet auch ihr sitzen. Es ist also klar, dass sie mit Ihm herrschen und an jener Herrlichkeit teilhaben werden; denn solche unaussprechliche Ehre und Herrlichkeit meint Er mit den Thronen. Wie wird diese Verheißung erfüllt? Wird Judas unter ihnen sitzen? Keineswegs. Denn das Gesetz wurde so vom Herrn durch den Propheten Jeremia verordnet: Ich will es über mein Volk und über das Königreich sprechen, dass ich es bauen und pflanzen will. Wenn es aber Böses vor meinen Augen tut, dann werde ich mich des Guten reuen, das ich ihnen zu tun gesagt habe; (Jer. 18:9.) was so viel heißt wie: Wenn sie sich der Verheißung unwürdig machen, werde ich nicht mehr erfüllen, was ich verheißen habe. Aber Judas erwies sich des Vorrangs unwürdig; deshalb, als Er diese Verheißung Seinen Jüngern gab, verhieß Er sie nicht unbedingt, denn Er sagte nicht: Ihr werdet sitzen, sondern: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet sitzen; damit schloss Er zugleich Judas aus und ließ solche zu, die in späterer Zeit sein sollten; denn weder war die Verheißung auf sie allein beschränkt, noch umfasste sie Judas, der sich bereits als unwürdig erwiesen hatte.