
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 19
16 Es kam ein Mann zu ihm und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu erlangen? 17 Er antwortete ihm: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur Einer ist der Gute. Willst du aber das Leben erlangen, so halte die Gebote. 18 Da fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst kein falsches Zeugnis ablegen; 19 ehre Vater und Mutter; und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 20 Der junge Mann erwiderte ihm: Das alles habe ich befolgt, was fehlt mir noch? 21 Jesus antwortete ihm: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen; so wirst du einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach. 22 Als der junge Mann das hörte, ging er traurig davon; denn er hatte viele Güter.
(de Cons. Ev. ii. 63.) Es mag als Widerspruch erscheinen, dass Matthäus hier anführt: Warum fragst du mich über das Gute? während Markus und Lukas haben: Warum nennst du mich gut? Denn dieses: Warum fragst du mich über das Gute? scheint sich eher auf seine Frage zu beziehen: Was Gutes soll ich tun? denn darin erwähnte er sowohl das Gute als auch stellte er eine Frage. Aber dieses: Guter Meister, ist noch keine Frage. Beide Sätze können so sehr passend zur Stelle verstanden werden.