
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 19
1 Als Jesus diese Reden beendet hatte, zog er von Galiläa weg und begab sich in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan. 2 Große Volksscharen folgten ihm nach und er heilte sie dort. 3 Da kamen Pharisäer zu ihm, um ihn auf die Probe zu stellen, und fragten: Ist es erlaubt, seine Frau aus jedem beliebigen Grund zu entlassen? 4 Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie von Anbeginn an als Mann und Frau geschaffen 5 und gesagt hat: Deshalb wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen und die beiden werden ein Fleisch sein? 6 Also sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was Gott verbunden hat, das soll der Mensch nicht trennen. 7 Da sagten sie zu ihm: Wozu hat dann Mose vorgeschrieben, einen Scheidebrief auszustellen und sie zu entlassen? 8 Er antwortete ihnen: Wegen euerer Herzenshärte hat Mose euch erlaubt, euere Frauen zu entlassen. Ursprünglich aber war es nicht so.
Siehe die Weisheit des Lehrers. Als Er gefragt wurde: Ist es erlaubt?, sagte Er nicht geradeheraus: Es ist nicht erlaubt, damit sie nicht beunruhigt würden, sondern Er begründet es durch einen Beweis. Denn Gott machte sie von Anfang an als Mann und Frau und verband sie nicht nur miteinander, sondern gebot ihnen, Vater und Mutter zu verlassen; und Er gebot nicht nur, dass der Ehemann sich seiner Frau nähere, sondern dass er ihr anhangen solle, wodurch Er durch diese Redeweise das unauflösliche Band zeigt. Er fügte sogar noch eine engere Vereinigung hinzu, indem Er sagte: Und die zwei werden ein Fleisch sein.