
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 18
23 Deshalb ist es mit dem Himmelreich wie mit einem König, der mit seinen Knechten Abrechnung halten wollte. 24 Als er nun begann abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der zehntausend Talente schuldig war. 25 Weil er nicht zahlen konnte, befahl der Herr, ihn samt Frau und Kindern und seiner ganzen Habe zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. 26 Da fiel ihm der Knecht zu Füßen und flehte ihn an: Hab Geduld mit mir, ich will dir ja alles bezahlen. 27 Der Herr erbarmte sich jenes Knechtes, ließ ihn frei und erließ ihm die Schuld. 28 Kaum war aber jener Knecht hinausgegangen, da traf er einen seiner Mitknechte, der ihm einhundert Denare schuldig war. Den packte er, würgte ihn und sagte: Bezahle, was du schuldig bist. 29 Da fiel ihm der Mitknecht zu Füßen und bat ihn: Hab Geduld mit mir, ich will es dir ja bezahlen. 30 Aber der wollte nicht, sondern ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt hätte. 31 Als nun seine Mitknechte sahen, was da vor sich ging, empörten sie sich darüber, gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. 32 Da ließ ihn sein Herr zu sich rufen und sagte zu ihm: Du böser Knecht, deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich gebeten hast. 33 Hättest nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmen müssen, so wie ich mich deiner erbarmt habe? 34 Und voll Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er ihm die ganze Schuld bezahlt hätte. 35 So wird auch mein himmlischer Vater mit euch verfahren, wenn nicht jeder von euch seinem Bruder von Herzen vergibt.
Siehe den Überfluss der himmlischen Liebe! Der Knecht bat nur um einen kurzen Aufschub, aber er gibt ihm mehr, als er erbeten hatte, einen vollständigen Erlass und die Streichung der ganzen Schuld. Er war von Anfang an gesonnen, ihm zu vergeben, aber er wollte es nicht allein aus eigenem Antrieb tun, sondern auch auf die Bitte des anderen hin, damit er nicht ohne Geschenk davonkäme. Doch er erließ die Schuld erst, nachdem er abgerechnet hatte, weil er wollte, dass er erkenne, wie große Schulden er ihm erließ, damit er dadurch wenigstens barmherziger gegen seine Mitknechte würde. Und in der Tat war er, soweit es das Vergangene betrifft, würdig, angenommen zu werden; denn er legte ein Bekenntnis ab, versprach, die Schuld zu bezahlen, fiel nieder und bat und bekannte die Größe seiner Schuld. Aber seine späteren Taten waren der früheren unwürdig, denn es folgt: Aber derselbe Knecht ging hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldete.