
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 17
19 Als die Jünger mit Jesus allein waren, kamen sie zu ihm und fragten: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? Er antwortete: 20 Wegen eueres Kleinglaubens. Amen, ich sage euch: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, dann könntet ihr zu diesem Berg da sagen: Rück von hier dorthin! Und er würde wegrücken und nichts würde euch unmöglich sein. 21 [Diese Art (von Dämonen) wird nicht ausgetrieben, es sei denn durch Gebet und Fasten.]
Und dies sagt er nicht nur von den Mondsüchtigen, sondern von der ganzen Klasse der Dämonen. Denn das Fasten verleiht große Weisheit, macht den Menschen wie einen Engel vom Himmel und schlägt die unsichtbaren Mächte des Bösen nieder. Aber das Gebet ist noch wichtiger. Und wer recht betet und fastet, bedarf nur wenig mehr, und ist so nicht habgierig, sondern bereit zum Almosen. Denn wer fastet, ist leicht und aktiv, betet wachsam, löscht seine bösen Begierden, macht Gott gnädig und demütigt seinen stolzen Magen. Und wer mit seinem Fasten betet, hat zwei Flügel, leichter als die Winde selbst. Denn er ist nicht schwer und schweifend in seinen Gebeten (wie es bei vielen der Fall ist), sondern sein Eifer ist wie die Wärme des Feuers und seine Beständigkeit wie die Festigkeit der Erde. Ein solcher ist am meisten fähig, mit Dämonen zu kämpfen, denn es gibt nichts Mächtigeres als einen Menschen, der recht betet. Wenn aber deine Gesundheit zu schwach für strenges Fasten ist, so doch nicht für das Gebet, und wenn du nicht fasten kannst, kannst du dich von Genüssen enthalten. Und das ist nicht wenig und nicht sehr verschieden vom Fasten.