
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 16
5 Als die Jünger an das andere Ufer kamen, hatten sie vergessen, Brot mitzunehmen. 6 Jesus aber sagte zu ihnen: Gebt Acht und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer! 7 Sie aber überlegten und sagten: Wir haben kein Brot mitgenommen. 8 Als Jesus das merkte, sagte er: Was macht ihr euch Gedanken darüber, ihr Kleingläubigen, dass ihr kein Brot habt? 9 Versteht ihr noch nicht? Und erinnert ihr euch nicht mehr an die fünf Brote für die fünftausend, und wie viele Körbe ihr aufgesammelt habt? 10 Auch nicht mehr an die sieben Brote für die viertausend, und wie viel Körbe ihr aufgesammelt habt? 11 Wie könnt ihr dann nicht verstehen, dass ich nicht Brot meinte, als ich zu euch sagte: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer? 12 Da verstanden sie, dass er nicht gemeint hatte, sie sollten sich vor dem Brotsauerteig hüten, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.
Damit du aber erfährst, welche Kraft die Zurechtweisung Christi auf seine Jünger hatte und wie sie ihren trägen Geist aufrüttelte, höre, was der Evangelist sagt: Da verstanden sie, dass er ihnen nicht geboten hatte, sich vor dem Sauerteig des Brotes zu hüten, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer; doch hatte Er ihnen dies nicht ausgelegt. Diese Belehrung des Herrn zog sie von den jüdischen Bräuchen weg, machte sie aufmerksam statt sorglos und erhob sie aus ihrem kleinen Glauben, damit sie, wann immer sie nur wenig Brotvorrat zu haben schienen, keine Angst um Nahrung hätten, sondern all jene Dinge verachteten.