
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Matthäusevangelium 14
22 Sofort nötigte er die Jünger, in das Boot zu steigen und ihm ans andere Ufer vorauszufahren, während er selbst die Scharen entließ. 23 Nachdem er die Volksscharen entlassen hatte, stieg er allein auf den Berg, um zu beten. Als es Abend geworden war, befand er sich dort allein. 24 Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen bedrängt; denn es hatte Gegenwind. 25 Um die vierte Nachtwache kam er auf sie zu; er ging auf dem See. 26 Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, entsetzten sie sich, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst auf. 27 Er aber redete sie sogleich an und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es. Fürchtet euch nicht! 28 Da antwortete ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. 29 Er sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über dem Wasser auf Jesus zu. 30 Als er aber den Wind bemerkte, fürchtete er sich und begann zu sinken. Er schrie: Herr, rette mich! 31 Sogleich streckte Jesus die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? 32 Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. 33 Die Jünger im Boot aber fielen vor ihm nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.
Dass Er Seinen Jüngern befiehlt, in das Schiff zu steigen und ans andere Ufer zu fahren, während Er die Volksmenge entlässt und danach auf den Berg geht, um zu beten: Darin weist Er uns an, in der Kirche zu sein und in Gefahr zu leben, bis zu der Zeit, da Er in Seinem Glanz zurückkehrt, allen übriggebliebenen Volk Israel Heil schenken und ihre Sünden vergeben wird; und nachdem Er sie in das Reich Seines Vaters entlassen hat, wird Er, Seinem Vater dankend, in Seiner Herrlichkeit und Majestät sitzen. Inzwischen werden die Jünger von Wind und Wellen umhergeworfen; sie kämpfen gegen alle Stürme dieser Welt, erregt durch den Widerstand des unreinen Geistes.