
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 14
15 Als es Abend geworden war, kamen die Jünger zu ihm und sagten: Die Gegend ist einsam und es ist schon spät geworden. Entlass also die Scharen, damit sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen. 16 Doch Jesus sagte zu ihnen: Sie brauchen nicht fortzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen! 17 Sie antworteten: Wir haben nichts hier als fünf Brote und zwei Fische. 18 Er aber sprach: Bringt sie mir her. 19 Dann ließ er die Scharen sich im Gras lagern, nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach das Segensgebet, brach die Brote und gab sie den Jüngern; die Jünger aber reichten sie den Volksscharen; 20 und alle aßen und wurden satt. Die übrig gebliebenen Brocken sammelte man auf, zwölf Körbe voll. 21 Die gegessen hatten, waren etwa fünftausend Männer, ohne Frauen und Kinder.
(De Cons. Ev. ii. 46.) Es könnte jemanden verwirren, wie, wenn der Herr nach dem Bericht des Johannes Philippus fragte, woher Brot für sie zu finden sei, das wahr sein kann, was Matthäus hier berichtet, dass die Jünger zuerst den Herrn baten, die Volksmenge zu entlassen, damit sie von den nächsten Dörfern Speise kaufen könnten. Angenommen also, nach diesen Worten blickte der Herr auf die Volksmenge und sagte, was Johannes berichtet, aber Matthäus und die anderen haben es ausgelassen. Und durch solche Fälle sollte niemand verwirrt werden, wenn einer der Evangelisten berichtet, was die übrigen ausgelassen haben.